Berichte der Gruppe


Ich bin jetzt 64 Jahre und lebe seit 11 Jahren mit den Folgen der GBS. / Guillain-Barré-Syndrom. Nicht einfach, aber auch nicht unmöglich.


Wenn ein 40-jähriger Familienvater, bei dem vor mittlerweile 17 Jahren Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, auf der Suche nach einer regelmäßigen Freizeitbeschäftigung mit seinen beiden Kindern (5 und 7 Jahre) ist, kommt einem spontan so einiges in den Sinn: Musizieren vielleicht, ins Kino gehen oder zum Malkurs. Irgend-etwas, was körperlich nicht anstrengend ist. Aber Klettern? Besser nicht!


Vor fünf Jahren habe ich mit dem Klettern begonnen. Bei der KLETThERAPIE bin ich allerdings noch sehr neu: Letzten Sommer half ich bei ein paar Terminen, aber erst seit dem Herbstkurs 2018 bin ich richtig dabei.


Klettern für Menschen mit Handicap ist in unserer Sektion schon längst zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Aktivitäten geworden. Das war nicht immer so. Mit dem ersten Kurs im Herbst 2010 gehörten wir zu den ersten, die im Deutschen Alpenverein diese Idee umsetzten. Inzwischen bieten wir praktisch das ganze Jahr über Kurse und ergänzende Trainings an. Idee und Methodik wurden inzwischen von mehreren anderen DAV-Sektionen übernommen.


Zum 20. Mal fanden sich in diesem Jahr in Karben-Petterweil Menschen zusammen um gemeinsam eine Woche Sommerurlaub im Hessischen Johanniter Sommerlager zu verbringen. Manche aus dieser Runde haben körperliche und/oder geistige Behinderungen. Andere sind dabei um diesen, ganz besonderen Menschen, eine Woche zur Seite zu stehen. Eine Woche mit vielen Unternehmungen und einem ganz besonderen Highlight: die KLETThERAPIE.


Mein Name ist Melanie Michels und ich arbeite bei der gemeinnützigen Organisation MainLichtblick e.V.
Unter dem Motto „Kinderträume werden wahr“ zaubern wir körper-lich beeinträchtigten, schwer kranken oder traumatisierten Kindern und Ju-gendlichen im Alter von bis zu 18 Jahren in der Metropolregion Rhein-Main Lichtblicke in ihren oftmals schwierigen Alltag und schenken ihnen damit Freude und neuen Le-bensmut. So konnten wir in diesem Jahr bereits knapp 100 Lichtblicke gestalten.


Leitung: Monika Gruber
Vertreter: Wolfram Bleul
Vertreter: Jürgen Lilischkies

Nach dem Ausscheiden von Georg Gröger übernimmt unser erfahrener Betreuer der KLETThERAPIE Jürgen Lilischkies die Vertretung im Organisationteam und organisiert die Kurse der KLETThERAPIE im DAV Kletterzentrum Frankfurt. Wir danken Georg für seine langjährige Mitarbeit und Organisation der Kurse der KLETThERAPIE im DAV Kletterzentrum Frankfurt. Er hat jetzt die Gruppe „Vertikal Gemeinsam“ aufgebaut, es ist ein Zusammenschluss von Sektionsmitgliedern mit und ohne Handicap zum Klettern.

Monika, Wolfram und Jürgen


Unser Ausflug in die DAV-Kletterhalle neigt sich dem Ende zu. Theo* sucht sich zwei Routen aus, denn er möchte unbedingt noch einmal neben Marius* klettern. Es finden sich sofort zwei Sicherer von den Betreuern der KLETThERAPIE, die diesen Wunsch erfüllen möchten. Denn heute ist Theo zum ersten Mal geklettert. Er hat Höhenangst und traut sich dennoch immer wieder an die Wand. Aus einem Meter Kletterhöhe steigert er sich neben seinem Kumpel Marius und durch die herzliche Betreuung der Helfer, die ihn im Selbstvertrauen stärken, zu sieben Metern Kletterhöhe.


Ergänzend zu dem laufenden Kurs haben wir im ersten Quartal 2018 die Eltern der Kinder mit Handicap weiter intensiv im Sichern geschult. Die beteiligten Familien können nach diesem Training ihr Können völlig selbstständig in dem schon bestehenden „KLETThERAPIE-Treff“ anwenden. Damit wird die Nachhaltigkeit unserer Kurse gesichert.


Praktisch ohne Pause war so gut wie jede Woche etwas los. Hier die – unserer Meinung nach – beachtliche Bilanz: