Berichte der Gruppe


Nach über zweijähriger Corona bedingter Pause fand in diesem Jahr zum 22. Mal das Johanniter Sommerlager für Gäste mit Behinderung in Karben-Petterweil statt. Eine Woche standen Spielen, Basteln und Ausflüge an. Die erfahreneren Gäste (und auch einige Helfer) wünschten sich außerdem wieder einen Ausflug in die Kletterhalle des DAV in Frankfurt. Und so kam es, dass sich am 11. August bei hochsommerlichen Temperaturen 13 Gäste den Händen des Teams der DAV- KLETT h ERAPIE anvertrauten und die Kletterwände in Angriff nahmen.


Nachdem im vergangenen Jahr Kurse Pandemie-bedingt abgesagt werden mussten, sind wir umso glücklicher, dass wieder ein Kurs begonnen hat und planmäßig beendet werden konnte! Der Kurs K 22-1 K in Kelkheim steht wieder für das gewohnte Bild der KLETThERAPIE in 2022: eine wunderbare Möglichkeit für Menschen mit Handicap, sich zu entfalten und spielerisch ihre Grenzen auszuloten.


Nach einem hoffnungsvollen Neustart im September und Oktober mussten wir die nächsten Kurse, die mit 7 Terminen von November bis Dezember 2021 geplant waren, schon nach dem 2. Kurstag am 12. November wieder abbrechen, sowohl in Kelkheim, als auch im Kletterzentrum Frankfurt. Obwohl die allgemeinen Bestimmungen es noch zugelassen hätten, wollten wir im Einvernehmen mit den Betreuern*Innen und Eltern der teilnehmenden Kinder das sich rapide erhöhende Risiko einer Covid-19-Infektion auch bei Geimpften/Genesenen nicht mehr eingehen. Damit haben wir der allgemeinen Entwicklung nur um wenige Wochen vorgegriffen. Der Abbruch schien aber dringend angeraten, denn eine Besonderheit der KLETThERAPIE ist ja der enge körperliche Kontakt zwischen Teilnehmern und Betreuenden!


Pandemie bedingt mussten wir mit unseren Kursen und Trainingsterminen seit Sommer vorigen Jahres eine Pause einlegen. Mancher fragte sich sogar, ob die KLETThERAPIE „danach“ überhaupt fortgesetzt würde? JA – ein ganz klares Ja ist die Antwort der Organisatoren, allen voran Monika Gruber. Gleich nach Beendigung der Kontaktbeschränkungen soll es natürlich weiter gehen.


Auch für die KLETThERAPIE brachte das vergangene Jahr viele Einschränkungen: Wegen der erforderlichen intensiven Betreuung mussten wir frühzeitig alle Pläne ändern: Sowohl im März als auch noch einmal im Oktober haben wir uns nach intensiver Diskussion und schweren Herzens entschlossen, alle geplanten Termine abzusagen, und zwar noch bevor die Beschränkungen offiziell verkündet wurden. Wegen den in unserem Training erforderlichen intensiven Kontakten und der nicht immer stabilen Gesundheit unserer Teilnehmer mussten wir besonders vorsichtig sein.


„Das schaffe ich ja nie“, mit diesen Worten betritt Ana-Maria die Kletterhalle des DAV in Preungesheim. Sie scheint sichtlich beeindruckt von der Höhe des Gebäudes und davon, dass es tatsächlich Menschen gibt, die mit Klettergurt und Seil in eben diese hinaufsteigen wollen. Ihr Interesse an der sportlichen Herausforderung ist geweckt. Wer Ana Maria kennt, kann dies an ihrem verschmitzten Lächeln ablesen.


Bei den KLETThERAPIE-Kursen jedenfalls. Ein teilnehmender Vater berichtet:

Heute ist wieder Freitag, und ich kann es kaum abwarten, bis es 16:00 Uhr ist. Dann gehe ich nach Kelkheim in die Kletterhalle und treffe dort wunderbare Menschen, die ich seit gut zwei Jahren kenne. Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal in Kelkheim war und zum ersten Mal klettern wollte, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Aber als ich die beruhigenden Anweisungen des Betreuers Harry hörte, hatte ich ein gutes Gefühl, und dann wusste ich, dass ich in absolut sicheren Händen war.


Das vergangene Jahr war für die KLETThERAPIE-Abteilung vor allem durch noch mehr Aktivität und eine dringend notwendige Verstärkung des Organisations-Teams geprägt. Wie im MB 1, 2019 bereits angekündigt, hat Ting Chen neu eingerichtete Kurse im Kletterzentrum Frankfurt übernommen. Inzwischen hilft er auch tatkräftig und federführend bei der Pflege unserer Homepage. Zusätzliche Kurse im Sportpark Kelkheim übernahmen ebenfalls Philipp Gettler und Gaby Dudda.


Ich bin jetzt 64 Jahre und lebe seit 11 Jahren mit den Folgen der GBS. / Guillain-Barré-Syndrom. Nicht einfach, aber auch nicht unmöglich.


Wenn ein 40-jähriger Familienvater, bei dem vor mittlerweile 17 Jahren Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, auf der Suche nach einer regelmäßigen Freizeitbeschäftigung mit seinen beiden Kindern (5 und 7 Jahre) ist, kommt einem spontan so einiges in den Sinn: Musizieren vielleicht, ins Kino gehen oder zum Malkurs. Irgend-etwas, was körperlich nicht anstrengend ist. Aber Klettern? Besser nicht!